Aventura en la jungla

7 Monate im Regenwald von Ecuador

 
22März
2015

Unterwegs!

Als Erstes, sozusagen als Highlight und Abschied vom Dschungel zugleich, ging es mit Jana, Hanna und Eva zusammen ganz in den Norden von Ecuador, ins Cuyabeno-Reservat.

Dieses ist eines der groessten Naturschutzreservate Ecuadors(ueber 600.000 ha) an der Grenze zu Kolumbien und Peru, welches sich durch grossen Tier- und Pflanzenartenreichtum in fast unangetastetem Primaerwaldgebiet auszeichnet. Mehrere indigene Gruppen, wie z.B. die Siona, Ashuar, Cofán und andere leben immer noch mehr oder weniger traditionell im Cuyabeno. Gefaehrdet ist das Gebiet allerdings -natuerlich- durch Erdoelbohrungen, denen der meiste Regenwald in Ecuador zum Opfer faellt.

Wir hatten eine 4-taegige Tour gebucht und als Zeitpunkt bewusst den Maerz ausgewaehlt- dann ist naemlich Regenzeit, die Fluesse und die grosse Lagune im Reservat fuellen sich und es besteht die Chance, Amazonas-Flussdelfine(jaa, die rosafarbenen! ;) ) zu sehen!

Zuerst jedenfalls ging es nach der zweistuendigen Busfahrt von der naechstgroesseren Stadt Lago Agrio nochmals zwei Stunden mit dem Motorkanu zu unserer Lodge. Anfangs regnete es in Stroemen, aber dann hoerte der Regen ebenso ploetzlich wieder auf und wir konnten noch Wollaffen, Totenkopfaeffchen, Nasenbaeren und Hoatzine direkt in den Baeumen am Ufer beobachten - bevor wir ueberhaupt in der Lodge angekommen waren! :)

Die naechsten Tage vergingen wie im Flug. Zum Programm gehoerten viele Ausfluege, sowohl mit Kanu als auch zu Fuss, auch mal nachts, in der Abenddaemmerung und ganz frueh morgens vorm Sonnenaufgang. Um es kurz zu machen: Wir haben die Flussdelfine gesehen! :) Ausserdem Woll-, Moenchsschweif-, Spring-, und Nachtaffen, Totenkopf- und Zwergseidenaeffchen, Nasenbaeren, Aras und verschiedene Papageienarten, Brillen-, Zwerg- und schwarzen Kaiman, Boas, eine (wenn auch kleine) Anakonda, Faultiere und natuerlich jede Menge Krabbelzeug wie Riesenameisen, Tausendfuessler und Taranteln...Letztere beeindruckten uns vier allerdings natuerlich weniger, sodass wir zu dem Angebot, ein Exemplar auf die Hand zu nehmen, auch nicht Nein sagten- solange sie nicht gereizt werden, machen sie gar nichts und selbst ein Biss ist bei den lokalen Arten nicht wirklich schlimm! ;)

Auch Kulturelles kam nicht zu kurz, so zeigte uns eine Frau von den Siona, wie das traditionelle "Cassave", eine Art Yucca-Pfannkuchen, hergestellt wird und ein Schamane kam uns besuchen. Nach einer Demonstration seiner Blasrohr-Kuenste(wir durften auch alle mal probieren...es ist ganz gut, dass ich zum Ueberleben nicht auf meine Treffsicherheit mit traditionellen Jagdwaffen angewiesen bin, habe ich festgestellt ;) ), erzaehlte er uns von seinem Leben und ueberhaupt der Rolle eines Schamanen- frueher und heute, was schon ziemlich interessant war und viel Stoff zum Nachdenken gibt.

Da unsere Lodge sehr nah an der Lagune lag, haben wir uns oft mit dem Kanu den Sonnenuntergang darauf angeschaut, sind geschwommen und haben die unglaubliche Natur dort genossen...

Kelly, unsere eine Administratorin, kam von ihrer Cuyabeno-Tour zurueck und erzaehlte uns, sie sei im Paradies gewesen- und das ist es wirklich. Zumindest eines der letzten unberuehrten Regenwald-Paradiese Ecuadors. Es war unglaublich schoen, gerade fuer uns, all die Tiere, die wir im amazoonico versorgt haben, in Freiheit zu sehen, wirklich wild und nicht Opfer von irgendwelchen Tierhaendlern oder der Zerstoerung ihres Lebensraumes. Da hat man noch mal eine ganz andere Art von Gewissheit, wie wichtig und richtig die Arbeit dort ist!

Montag mussten wir uns nach diesem grandiosen Abschluss dann endgueltig vom Dschungel verabschieden-  eine letzte Kanufahrt zum Reservatsausgang und von dort aus viele Stunden mit dem Bus zurueck nach Tena(wobei wir doch noch in eine Militaerkontrolle geraten sind, die im Norden aufgrund der Naehe zur kolumbianischen Grenze wohl haeufiger sind...wir mussten unsere Paesse zeigen, unsere Namen wurden aufgeschrieben und die Rucksaecke durchsucht, bevor wir weiterfahren konnten), wo wir uns im Hostal mit Johanna und Kathi trafen und sich unsere Reisegruppe aufloeste- Hanna reiste mit Kathi weiter, Jana musste zurueck an die Arbeit im amazoonico und Eva, Johanna und ich nahmen am Dienstag den Nachtbus nach Cuenca in die Anden.

Um halb 5 Uhr morgens standen wir dann todmuede und frierend im Busbahnhof in Cuenca, suchten uns ein Hostel, schliefen 2 Stunden und brachen um 9 nach Ingapirca auf, einem mehr oder weniger nahegelegenem Dorf mit den Ruinen eines Inka-Sonnentempels(die wir im stroemenden Regen besichtigt haben :D ) Trotzdem war es sehr interessant- vorher wohnte dort naemlich das Volk der Cañari, das die Inka-Invasoren zuerst bekaempft und sich spaeter durch Heirat mit ihnen vermischt hat, sodass die Tempelanlagen Merkmale von beiden Kulturen aufwiesen...Als die Spanier kamen, schuetteten die Inka den Tempel zu, er wurde aber bald entdeckt und gepluendert sowie die Mauern abgetragen, um Kirchen und Haeuser mit dem Material zu bauen, leider.

Donnerstag fuhren wir zum Nationalpark "El Cajas"- und trafen im Bus erstmal Nora, unsere Mitvolontaerin aus dem amazoonico, die vor ihrem Flug auch noch mit einer Freundin in Ecuador reist, ein Riesenzufall! :D Natuerlich ein sehr erfreulicher und sie konnten uns gleich eine schoene Wanderroute im Nationalpark empfehlen, da sie am Tag vorher auch schon dort waren ;). El Cajas ist ein in der Eiszeit geformtes Seengebiet (225 Seen von unterschiedlicher Groesse, manche eher grosse Pfuetzen) auf ueber 3000 m Hoehe. Wunderschoen und wir haben kaum einen Menschen gesehen auf unserer Wanderung- allerdings hatten Eva und ich am Ende doch arge Probleme mit der Hoehe, Kopfschmerzen, Atemnot und solche Spaesse, wir waren noch nicht akklimatisiert genug...Trotzdem hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

Um auch noch ein bisschen von Cuenca-einer eigentlich echt schoenen Stadt- zu sehen, begaben wir uns Freitagvormittag noch auf eine Stadtrundfahrt, bevor wir die 8-Stunden-Busfahrt nach Quito in Angriff nahmen. Samstag war naemlich Tag-und-Nacht-Gleiche und da wollten wir zur "Mitad del Mundo", dem Aequatordenkmal, weil dort an diesem Tag angeblich irgendwelche Festveranstaltungen stattfinden sollten.

Tja, die haben wir irgendwie verpasst, sind auch ein bisschen spaet losgekommen bzw hatten Probleme ueberhaupt den Bus dorthin zu finden, es war aber auch so ganz nett- wir sind ein bisschen von der Nord- auf die Suedhalbkugel gehuepft und haben uns die angeschlossenen Museen und das Planetarium angeguckt. Das Witzige ist, dass es zwar ein pompoeses Denkmal und eine eingezeichnete Aequatorlinie gibt, diese aber in Wirklichkeit auf der falschen Stelle sind- die franzoesische Expedition von siebzehnhundertund hatte sich leider um 180 m verrechnet, sodass die ECHTE Aequatorlinie durch ein Museum in der Naehe verlaeuft. Hups...:D

Heute waren wir dann auf dem Pichincha, dem "Hausvulkan" Ecuadors. Der ist noch aktiv, hat zwei Gipfel, den Rucu Pichincha("alter Pichincha") und den Guagua Pichincha("junger Pichincha"), welcher 1999 zum letzten Mal ausgebrochen ist. Wir sind erst mit dem Teleferico, einer Seilbahn, eine Strecke vom Rucu Pichincha hochgefahren und dann oben ein bisschen herumgewandert. Bei klarer Sicht soll man einen tollen Ausblick ueber die sogenannte "Strasse der Vulkane" haben, unter anderem auch auf den Cotopaxi...bei uns wars allerdings leider neblig :D Und ziemlich kalt auf ueber 4000 m!  Man konnte sich Pferde mieten und mit Guide Richtung Gipfel reiten, was wir auch gemacht haben, da die Pferde wirklich gut gepflegt waren und nicht mit Schlaegen und Tritten auf die Touristenpfade gezwungen wurden(durchaus eine Seltenheit in Ecuador- Tierschutz kommt hier an etwas anderer Stelle als in Deutschland!). Und ich sass das erste Mal seit 7 Monaten wieder im Sattel! :))

Joa, damit waeren wir wieder aktuell...tut mit leid, dass insbesondere die Cuyabeno-Tour so knapp ausgefallen ist, aber ich musste einiges zusammenfassen.

Morgen fahren wir nach Mindo, einem Dorf in der Naehe von Quito, wo man wohl gut Canopy machen, Voegel beobachten und wandern kann, mal schauen- dort ist es auch endlich wieder waermer! :) (Wie man auf 2850 Hoehenmetern, die Quito nun mal hat, Heizungen in den Raeumen fuer unnoetig befinden kann, ist mir auch nicht so ganz begreiflich!)

Und Freitag geht schon mein Flug- Wahnsinn, ich freue mich total auf zu hause, aber es ist auch ein komisches Gefuehl nach der ganzen Zeit!

Naja- bis zum naechsten Eintrag ;)

 

PS: Da der Computer keinen SD-Kartenschlitz hat, warum auch immer, doch erstmal keine Fotos. :/

13März
2015

Abschied

Und wieder ist ploetzlich ueber ein Monat ohne Eintrag verstrichen...mit dem Internet und der Zeit ist das irgendwie so eine Sache. Danke fuer eure Geduld mit mir! :D

Tja, nach meinem letzten eher pessimistischen Eintrag waren die letzten Wochen im amazoonico doch wieder ganz schoen- ueberraschenderweise entpuppten sich die ganzen Neuen doch wieder als nette und interessante Menschenexemplare(wie immer eigentlich :D), wobei auch wieder ein, zwei ganz spezielle dabei waren, die die kollektive Geduld doch sehr auf die Probe gestellt haben, mehr soll hier nicht gesagt werden....Aber woher soll man sonst die Anekdoten fuer spaeter beziehen? ;) Jana kam wieder, auch Johanna und Eva bequemten sich irgendwann von Maquisapas Alpa wieder ins Arbeitsleben ;) und so wurde es noch einmal wie in "alten Zeiten", die ja eigentlich auch noch gar nicht so lange her sind.

In meiner letzten Woche kamen sogar immer mehr und mehr Neue, sodass bald schon fast Arbeitsmangel herrschte(was glaube ich nie zuvor in der Geschichte des amazoonico vorgekommen ist! :D). Haette nicht gedacht, dass ich die ganz anstrengenden Zeiten von ganz am Anfang vermissen wuerde, aber irgendwie wurde es zu voll. Zeit zu gehen...Trotzdem und obwohl ich in der letzten Zeit das Gefuehl hatte, dass es langsam reicht mit Frutas tragen und Touritouren, ist mir der Abschied sehr, sehr schwergefallen. 

Drei Tage vorher hatte ich noch Geburtstag und es war auch ein schoener Tag- ich bekam einen zuckerfreien Bananenschokokuchen und das Privileg, mir meine Arbeit aussuchen zu duerfen... ;D Abends haben wir mit Blick auf die eh bevorstehende Abschiedsparty eher gemuetlich noch ein bisschen gefeiert. Wie Weihnachten komplett anders als zuhause, aber nichtsdestotrotz schoen und man merkt, wie sehr man in die Gemeinschaft gehoert. :)

Und dann war ploetzlich schon der letzte Tag gekommen...ein letztes Mal Fruechte schnippeln, ein letztes Mal Mono Tour, Abschied von den Tapiren und all den anderen Tieren, letzte Runde durch den amazoonico und PACKEN...alle Fotos abhaengen, Arbeitsklamotten in den "Kleiderfundus" sortieren und dann die Party. Zum Glueck musste ich nicht als Einzige gehen, Hanna und Nora haben mit mir den Abschied "gefeiert". So viele Abschiedspartys habe ich miterlebt und auf einmal war es meine eigene...War nochmal richtig schoen und ausgelassen- bis der naechste Morgen kam und damit ein, ich muss es zugeben, traenenreicher Abschied. Im letzten halben Jahr habe ich so viel Neues und Schoenes dort erleben duerfen, habe hart gearbeitet, mich manchmal durchbeissen muessen, habe so viele tolle Menschen(und natuerlich Tiere) kennengelernt und den ganzen Ort samt allen Kakerlaken, Taranteln und was sich sonst noch im wunderschoenen Dschungel herumtreibt, sehr lieb gewonnen... Vielen Dank an die ganze grosse amazoonico-Familie, dass ich ein Teil von euch sein durfte...Ich habe so viel gelernt und fuer mich steht jetzt schon fest, dass ich irgendwann, irgendwie wiederkommen werde!! Sollte keine Drohung sein.

Die naechsten 2 Wochen werde ich reisen, erst mit Hanna, Jana und Eva ins Cuyabeno-Reservat, dann mit Johanna und Eva weiter durch Ecuador. Davon werde ich bald berichten- und hoffentlich mit Fotos :)

Liebe Gruesse,

Hannah

13Februar
2015

Anderthalb Monate....

.... hab ich nichts mehr eingetragen, eine lange Zeit. Dafür bekommt ihr jetzt aber auch einen sehr langen Bericht! ;) Was ist also so alles passiert?

Am 29.12. sind Jana und ich mit Sack und Pack nach Maquisapas Alpa gezogen. Kurze Erklärung: Sofern es genügend Volontäre gibt, wohnen jeweils 2 Leute 4 Wochen lang auf Maquisapas Alpa(das ist ein Kichwa-Name, wörtlich übersetzt „Klammeraffen (Insel)“, obwohl momentan nur Wollaffen da sind) und kümmern sich um die Affen und das Haus. Um dorthin zu kommen, läuft man eine knappe Stunde durch den Urwald. Jeden Sonntagabend kommt man zur Reunion zurück in den amazoonico, übernachtet dort und nimmt am nächsten Morgen Früchte für die Affen und Essen mit, meistens auch noch mal Donnerstagmittag, weils dann knapp wird(das Schleppen ist so ziemlich die einzige anstrengende Arbeit, die man dort hat!).

Die ersten paar Tage sind Hanna & Kathi, unsere Vorgängerinnen, noch mit uns dort geblieben und haben uns „eingelernt“. 2X täglich werden die Affen gefüttert bzw. morgens auch das Gehege geputzt. Als wir kamen, waren 3 Wollaffen da, 2 Weibchen(Pancha & Keisha) und ein Männchen, Puko, noch ein ziemliches Baby, total süß <3 Nach dem Füttern muss man die Affen eine ganze Zeit beobachten,ob sie sich normal verhalten, gut fressen etc. Dabei lernt man sie auf die Dauer ziemlich gut kennen- es ist faszinierend, wie unterschiedlich sie in ihren Eigenarten und Charakteren sind, genau wie Menschen!

Silvester mussten wir jedoch nicht allein mit den Affen verbringen, sondern sind abends zum amazoonico gegangen. Vero, eine Kichwa-Frau, die unter der Woche für uns kocht, hatte alle Volontäre eingeladen, mit auf der Insel bei den Kichwa zu feiern. Es war eine ziemlich ausgelassene Party, auf der wir erstmals in den Genuss von Chicha kamen, einem dickflüssigen, alkoholischem Getränk aus fermentierter Yucca oder Mais. Traditionell wurden die Pflanzen gekaut und wieder ausgespuckt, sodass durch die Speichelenzyme die Gärung einsetzte...In der Hinsicht konnte uns Sarah aber vorher beruhigen, das wird heute nicht mehr so gemacht- zum Glück, ablehnen darf man es nämlich auch nicht, wenn man nicht als extrem unhöflich gelten will! Um Mitternacht wurden nach ecuadorianischem Brauch Puppen verbrannt, die Ereignisse im alten Jahr symbolisieren, von denen man sich endgültig befreit- ein Osama bin Laden war auch dabei...

Das Leben auf MA verläuft ansonsten sehr ruhig, vor allem verglichen mit dem amazoonico- Alltag! Bis auf die Affen versorgen, das Haus putzen, seine Wäsche waschen und die Pfade mit der Machete freizuhalten hat man nichts zu tun, sodass Jana und ich eigentlich hauptsächlich in der Hängematte gelegen, gelesen, gegessen, im Fluss vor der Haustür gebadet und höchstens ab und zu mal Spanisch gelernt haben ;D Da wir uns jede Mahlzeit selber machen mussten, haben wir auch einige mehr oder weniger geglückte Kochexperimente veranstaltet, wobei unter anderem Bananen-Maracuja-Papayamarmelade, Haferflockenkekse(die man auch gut als Pferdeleckerlies hätte nehmen können...) oder Kaiserschmarrn herauskamen- zumindest Spaß hat es gemacht :)) Den ganzen Januar hat es sehr viel geregnet, was schade war, aber wenn mal die Sonne rauskam, sind wir auch mal auf Expedition flussabwärts gegangen- es ist echt unglaublich schön da, der Fluss(bzw. das Flüsschen) ist total klar, lauter kleine Fische flitzen wie in einem Riesenaquarium um einen herum und blaue Schmetterlinge taumeln durchs Sonnenlicht zwischen den Bäumen. Ich dachte immer, dass Urwaldflüsse alle braun und trübe seien, das stimmt aber ganz offensichtlich nicht!

Ab und zu wurde unser geruhsames Leben aber doch mal unterbrochen. Eines Morgens zum Beispiel war plötzlich eine Schlange im Affenkäfig! Grün und durchaus schön anzusehen, nur im Gehege wollten wir sie dann doch nicht haben, vor allem weil wir nicht wussten, ob sie giftig war und weil die Affen ziemliche Angst vor ihr hatten(dadurch haben wir sie auch erst bemerkt, sie lag zusammengerollt da und als Jana nichtsahnend mit dem Rechen in ihre Nähe kam, fing Pancha urplötzlich an zu schreien und wurde ganz aufgeregt). Da sie am nächsten Tag immer noch da war, gingen wir zum amazoonico und zeigten Sarah Fotos- ihrem Schlangenbuch zufolge handelte es sich um eine Two-Striped green forest pit viper, deren Biss anscheinend durchaus tödlich enden kann. Hups! Ruben, einer der Waldhüter, hat sie dann erschlagen. Mir tat es total leid, aber er hat uns erklärt, dass sie ansonsten zurückkommen würde.

So wildromantisch es sich auch anhört, mitten im Dschungel ohne Elekrizität nur mit Kerzenlicht die Abende zu verbringen, überkam uns einmal doch ziemlich das Gruseln, als wir eines Nachts plötzlich ein unheimliches Singen/ Frauenschreie(Jana und ich waren uns nicht ganz einig :D) aus dem Wald hörten! Nach dem ersten Schreck wurde uns allerdings klar, dass es sich wahrscheinlich um eine Eule handelte- um eine ziemlich schaurig klingende! Von da an haben wir sie regelmäßig gehört und uns an sie gewöhnt...allerdings weiß ich jetzt, wie die Spukgeschichten von MA entstanden sind, die uns in unserer Anfangszeit im amazoonico erzählt wurden :D

Nach 2 Wochen kam Herman, ein Wollaffenmännchen aus dem amazoonico, zu uns- wenn wir ihn in die Gruppe integrieren können, besteht die Hoffnung, sie mit ihm als Alphamännchen auswildern zu können(das alte Alphamännchen, Frederico, ist im Dezember gestorben(an Lungenkrebs, wie sich bei der Autopsie herausstellte- er hat früher in einem Raucherhaushalt gelebt...). Und nicht nur Herman, auch das Kika-Filmteam, das im Januar eine Woche für eine Kindersendung im amazoonico gedreht hat! Es sollen drei Episoden werden, eine über Affen(weswegen sie auch auf MA waren), eine über Peccaris und eine über Tapire. Sie sollen im April oder Mai gesendet werden.

Die restliche Zeit verlief unspektakulär und schneller, als wir dachten, war schon unser letzter Tag gekommen...es hieß sich verabschieden von den Affen und unserem aus der Zeit gefallenen Dschungelleben! Es war eine wirklich außergewöhnliche, schöne Erfahrung und ich werde diese Zeit bestimmt nie vergessen!

Während Jana noch ein paar Tage Johanna und Eva auf MA eingearbeitet hat, habe ich die 2 Tage bis zu meinem Urlaub wieder im amazoonico gearbeitet. Es hat sich irgendwie sogar echt gut angefühlt, nach den faulen Wochen mal wieder mehr zu machen :D

Und dann war es auch schon so weit. An meinem ersten Urlaubstag bin ich nach Tena gefahren und habe meine Eltern abgeholt. Die nächsten zwei Wochen wollten wir zusammen in Ecuador herumreisen, bis auf die erste Woche in Quito und die Tage in Banos hatte ich vom Land ja auch noch nicht viel gesehen! Die Wiedersehensfreude war groß und wir sind erstmal zum amazoonico gefahren, wo wir zwei Nächte geblieben sind und ich ihnen die Station und die auch zum Projekt gehörenden nahegelegenen Touristenlodges Liana Lodge und Runa Huasi sowie die Schule gezeigt habe. Kaum waren wir angekommen, als wir auch schon förmlich über eine Equis, die gefährlichste Giftschlange, die es bei uns gibt, gestolpert sind- und am nächsten Tag auf unserem Weg zur Liana Lodge gleich nocheinmal- dabei hatte ich in den ganzen Monaten vorher keine einzige davon gesehen! Willkommen im Dschungel...

Ein Highlight war noch die Fütterung der Tapire mit der Wassermelone, die sie aus Quito mitgebracht hatten wegen meinem Eintrag über die Melonenbegeisterung der Tapire im Dezember :)

Danach sind wir nach Latacunga gefahren, wo wir bei der Kraterlagune Quilotoa waren sowie auf einem indigenen Markt in Saquisili. Vor allem der Tiermarkt dort war sehr interessant und wir haben die ersten größeren Lama und Alpakabestände gesehen! Von da aus ging es nach Otavalo. Das ist eine kleine Andenstadt in der Nähe von Quito, in der jeden Samstag der größte indigene Kunsthandwerksmarkt Lateinamerikas stattfindet. Wir sind schon morgens hingegangen, als die Stände gerade aufgebaut wurden. Wirklich toll- es gibt unglaublich viele Webwaren wie Teppiche und Alpakawollpullover, Tücher, Hängematten und so weiter, aber auch Kalabassen, Schnitzereien, Schmuck, alles handgemacht. Es ist riesig und allein zwischen den Ständen umherzugehen und sich alles anzugucken ist schon ziemlich überwältigend. Und natürlich bin auch ich jetzt im Besitz eines Alpakapullis für kalte Tage in Deutschland ;) Dann sind wir nach Puerto Lopez an die Pazifikküste gefahren. Ein ganzer Tag(!) im Bus, aber es hat sich gelohnt- einen Tagestrip haben wir auf die Isla de la Plata gemacht, dem „Galapagos für Arme“, so genannt, weil es dort einige Galapagos-Arten gibt, es aber eben viel billiger ist- perfekt also, um sich einen kleinen Eindruck zu verschaffen. Es war auch echt toll- es war zwar sehr heiß auf der Insel(38-40 Grad) und ich habe mir leider einen ziemlichen Sonnenbrand geholt, aber wir konnten Blaufußtölpel, Pelikane und Fregattvögel sowie Meeresschildkröten und beim Schnorcheln viele bunte Fische(unter anderem Doktorfische- hallo, Dori) beobachten! Am nächsten Tag waren wir am Strand Los Frailes, dem angeblich schönsten Strand Ecuadors, und haben noch einmal die Pazifikwellen genossen, bevor es am Tag darauf schon wieder zurück nach Quito ging(gehen musste).

Letzten Samstag sind meine Eltern dann wieder nach Deutschland geflogen und ich bin zurück zum amazoonico. Mit gemischten Gefühlen. Es war wirklich ein super Urlaub und es war dann doch komisch, nicht mit nach Hause zu kommen, sondern wieder zurück an die Arbeit zu gehen... Es waren wieder neue Leute da, Johanna und Eva noch auf Maquisapas Alpa und Jana im Urlaub, jede Menge neue Tiere, sodass ich mich erstmal neu zurechtfinden musste. Außerdem merke ich langsam, dass meine Zeit hier bald um ist(nur noch 4 Wochen im amazoonico- Wahnsinn, wie schnell es dann doch gegangen ist, dabei erschien es am Anfang so lang) und ich muss sagen, dass ich mich auch schon wieder sehr auf zu hause freue, so wohl ich mich hier auch fühle!

Leider ist Lobita, die alte Hündin, letzte Woche eingeschläfert worden. Ihr Geschwür an der Nase hat sich wohl rapide verschlechtert, als ich weg war, es waren schon Würmer drin und deshalb ging es einfach nicht mehr. Auch eins der Jaguarundibabys ist gestorben :( Dafür haben wir ein neues Agutibaby, zwei Peccaribabys und ein Faultierbaby- so geht das Leben hier immer weiter. Das Faultier ist total niedlich, aber es ist noch sehr kritsch, ob es durchkommt, weil diese Faultierart(Dreizehenfaultier) total schwierig aufzuziehen ist, sie fressen auch nur eine einzige seltene Blattart und Kelly und Sarah stehen jede Nacht mehrmals auf um es mit Milch zu füttern. Bislang macht es sich gut, aber das kann sich ganz schnell ändern...Wir hoffen alle sehr, dass es es schafft!

Ansonsten steht Karneval vor der Tür, die nächsten Tage werden wohl sehr viele Touristen kommen, jey... :D Wir sind also wie immer gut beschäftigt.

Das wars erstmal wieder- ich hänge noch ein paar Fotos an und schreibe in Zukunft wieder regelmäßiger, versprochen ;)

Alles, alles Liebe nach Deutschland, ich denke viel an euch!

Hannah

 

In Maquisapas Alpa:

Pancha, der "Boss"

Keisha in der typischen Respektgeste

Puko

Schlange im Käfig!

Im Rio Rodriguez

Das rosa Ding ist eine Raupe...

In den Anden

Quilotoa-Lagune

Markt in Otavalo

Meerschweinchen Spieß(und nein, wir haben es nicht probiert)

Pelikan

Blaufußtölpel auf der Isla de la Plata

Schildkrötenfütterung im Hostal in Puerto Lopez :D

Unser Faultierbaby

26Dezember
2014

Stille Nacht im Urwald

Weihnachten- ein Fest, dem mehrere von uns mit sehr gemischten Gefühlen entgegengesehen haben! So das erste Mal weg von zuhause...

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich die Tage vorher schon ziemlich Heimweh hatte und viel an Deutschland denken musste. Als es dann soweit war, gings mir aber zum Glück wieder gut und ich konnte einen zwar anderen, aber trotzdem schönen Heiligabend genießen...

Unsere neue Küche ist endlich fertig geworden, sodass die ganze amazoonico-"Familie"(die Volontäre, die beiden Lehrer von der Schule, Kelly, die Volontäre von der Liana Lodge und die Arbeiter mit ihrer Familie- wir waren so um die 30 Leute) zusammen im Volontärshaus Käse-Fondue(da muss ich erst nach Ecuador fahren, um zum ersten Mal Käse-Fondue zu essen...die Schweizer meinten zwar, das "sei gar nicht so richtig", aber mir hat es sehr gut geschmeckt ;) ) und Weihnachtsplätzchen gegessen hat, wir haben uns unsere Wichtelgeschenke überreicht, Weihnachtslieder gesungen und nach kolumbianischer Tradition Wünsche für uns, die Erde, die Menschheit und unsere Familie auf einen Zettel geschrieben, der anschließend verbrannt wurde. Es war überraschend weihnachtlich(wir hatten sogar einen sehr kleinen Weihnachtsbaum und, da der Strom mal wieder ausgefallen war, auch durchgehend Kerzenstimmung). Später haben Eva, Johanna und ich dann unsere Weihnachtspäckchen von zuhause ausgepackt. Leider ist mein Fotoapparat immer noch auf dem Selbstfindungstrip verschwunden, sodass ich keine Fotos reinstellen kann...:(

Am nächsten Tag war eigentlich ein Touristenansturm angekündigt, sodass keiner frei hatte, wir extra schnell gefüttert haben morgens und uns alle für die Touren gewappnet haben. Im Endeffekt kamen dann doch nicht so viele, sodass wir hauptsächlich in der Bar herumgehangen und auf dem Laptop Weihnachtsfilme geguckt haben, ein ziemlich komischer Tag. Zu meiner Schande hab ich auch noch unsere Auswilderungsphilosophie zu eifrig genommen, d.h. ich habe aus Versehen einen Blaukopfpapagei aus dem Gehege in den Wald entlassen, als ich die Tür aufgemacht habe... :O Zum Glück war Kelly nicht sauer- wir haben ihn auch schon in der Nähe vom Gehege gesichtet und können ihn hoffentlich wieder einfangen....

Übrigens haben wir es endlich geschafft, Johann, unseren Serienkilleraffen, von dessen unfreiwilliger Auswilderung ich im Oktober irgendwann berichtet hatte(und das war zum Glück nicht ich! :D ), wieder einzufangen! Er ist endlich in den Fangkäfig gegangen, den wir aufgestellt hatten und ist jetzt wieder mit Mea und dem Baby zusammen im Gehege. Er tut mir ein bisschen leid, aber andererseits war es einfach zu gefährlich für andere Tiere, ihn draußen rumlaufen zu lassen. Er hatte schon angefangen, Mili (den Hund) zu jagen, wer weiß, wie das irgendwann ausgegangen wäre!

Montag gehe ich mit Jana nach Maquisapas Alpa, die Dschungelstation. Ich freue mich schon, auch weil das mal was anderes ist als unsere amazoonico-Routine. Da ich solange kein Internet habe, werde ich mich also in 4 Wochen wieder melden- mit spannenden Urwaldlebenberichten. Vielleicht auch, um meine weisen Erleuchtungen über den Sinn des Lebens zu verkünden, die mir während meiner Meditationen in der Wildnis aufgegangen sind :P

So oder so- noch mal danke an alle, die an mich gedacht und mir liebe Karten, Mails, Päckchen und sonstwelche Weihnachtsgrüße geschickt haben- ich wünsche euch allen noch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bis bald!

Hannah

16Dezember
2014

Advent, Advent...und allerlei cosas raras

Ein paar Tage nach meinem letzten Eintrag(irgendwie wird bei dem auch ein falsches Datum angezeigt- er ist vom 27.11., nicht vom 15.11.) kam meine wahre Aliennatur/die ersten Anzeichen potenziell tödlichen Dengue-Fiebers/eine Tarantelhaarallergie/die Folgen obzessiven Papaya-und Karottenkonsums zum Vorschein- ich wurde orange.

Zumindest waren das einige von vielen hilfreichen Theorien, die aus regen Diskussionen über die orangebraunen Flecken, die auf meinem Hals und Rücken aufgetaucht waren und Anstalten machten, sich über mein Gesicht auszubreiten, hervorgingen... Sie taten nicht weh und juckten auch nicht, aber vorsichtshalber schickte mich Sarah nach Tena, wo ich mit Johanna als meine Dolmetscherin zum Gesundheitszentrum ging. Tja...ich weiß es ja zu schätzen, dass ich gleich drankam und noch nicht mal was bezahlen musste, aber so ganz vertrauenserweckend finde ich das ecuadorianische Gesundheitssystem nicht...nach einem kurzen Blick meinte die Ärztin, dass sie auch nicht genau wüsste, was das ist, vielleicht eine allergische Reaktion- mir wurden ein paar Tabletten verschrieben, die ich (ohne Beipackzettel oder überhaupt eine Verpackung) aus der Krankenhausapotheke abholen konnte(Antihistaminika, ich hab später den Namen gegoogelt) sowie eine Creme gegen Hauttuberkulose und virale Erkrankungen...Sie empfahl mir auch, die Flecken nicht der Sonne auszusetzen(die einzige Möglichkeit dafür wäre wahrscheinlich eine Burka gewesen- in Anbetracht der Tropenhitze und schweißtreibender Arbeit entschied ich mich dagegen). Inzwischen schmiere ich sie einfach mehrmals täglich mit der Hautuberkulosecreme sowie einer Pilzsalbe ein, die ich in meiner Reiseapotheke gefunden habe(danke, Mama), irgendwas davon scheint zu helfen, die Flecken sind zum Glück schon fast wieder weg, sodass ich den Spitznamen "carrot cake" schon nicht mehr verdiene! :D

Letzte Woche habe ich an meinen freien Tagen mal mein Glück als Spanisch-Übersetzerin für ein deutsches Ehepaar auf zwei Liana Lodge- Touren versucht, was erstaunlich gut ging(manchmal brauchen sie Übersetzer und wenn ein Volontär Lust hat, kann er dann auf Touristentouren mitgehen und kriegt dafür auch noch Geld;) ). Meine Touren gingen beide in den Dschungel und da sich der Guide irgendwie in den Kopf gesetzt hatte, aus mir eine Expertin zu machen und mich unerbittlich immer wieder abgefragt hat, kenne ich jetzt wirklich einige Pflanzenarten und ihren Gebrauch sowie Aurora Bireta(ein rosafarbener Schmetterling) ;) Wir haben sogar einen Pfeilgiftfrosch gesehen! Er hat mir auch erklärt, wie man einen echten Bastrock macht, weil ich den als Sarahs zweites Wichtelgeschenk machen wollte(sie hatte im Spaß gesagt, dass sie einen Blätterrock von ihrem Santa haben will), woraufhin ich den restlichen Tag damit beschäftigt war, die Bastpalmenblätter zu sammeln, vorzubereiten, zu kochen und zum Rock zu knüpfen. Er sieht ziemlich cool aus und ich was gleichermaßen stolz auf meine Leistung sowie froh über H&M und Co.-ganz schön viel Arbeit!

An einem Tag war ich mit Eva mit Ruben, einem der Waldhüter, mit auf Tour- um 8 sind wir losgegangen und waren um 4 Uhr nachmittags wieder da. Es war anstrengend, aber sehr schön- wir hatten das Glück, zwei wilde Tukane zu sehen! Auch die Waldwanderung an sich war toll, ich war endlich mal im Primärwald und Ruben hat uns viel erklärt und gezeigt, wie man Erdnüsse ausgräbt, den Zimtbaum(das Gewürz ist die Rinde, aber die Blätter kann man auch essen oder als Tee verwenden- sie schmecken wie Zimtkaugummi), den Kautschukbaum oder Zitronenameisen(essbar mit Zitronengeschmack). Auf dem Rückweg haben wir die Leute auf Maquisapas Alpa besucht. 

Das ist eine kleine Außenstation mitten im Dschungel- es gibt ein Haus und ein Gehege mit ein paar Wollaffen, die bald ausgewildert werden sollen. Jeweils zwei Volontäre wohnen dort einen Monat lang, kümmern sich ums Haus und um die Affen und kommen nur zweimal pro Woche zurück, um neues Futter und Essen zu holen. Es ist richtig schön dort und ich darf nach einigem Hin und Her mit Jana im Januar dorthin!!! :) Ich freue mich schon total und habe mir vorgenommen, dort endlich mal richtig Spanisch zu lernen ;) In zwei Wochen gehts schon los...Ich komme aber vorher noch mal nach Tena ;)

Ansonsten ist ja nächste Woche schon Weihnachten! Wir haben uns auch ein kleines Adventsgesteck gebastelt und ein bisschen geschmückt, trotzdem ist es ziemlich unwirklich. Von zuhause hab ich einen kleinen Postkartenadventskalender gekriegt und auch ein Weihnachtspäckchen, das ich bisher standhaft noch nicht geöffnet habe, obwohl die Versuchung groß ist! ;) Sozusagen als vorweihnachtliche Adventsgeschenke haben wir überraschend zwei Jaguarundi-Babys und ein neues Affenbaby bekommen, total süß! Leider kann ich keine Fotos einfügen, da meine Kamera seit einer Woche weg ist, ich hoffe, sie taucht wieder auf :(

Die Arbeit macht momentan echt Spaß. Vor ein paar Wochen sind ziemlich viele "alte" Leute gefahren und neue gekommen, was natürlich immer erst mal ein bisschen schade ist, wenn die eingespielte Gruppe so aufbricht...Inzwischen haben sich aber alle eingelebt und wir sind wieder ein echt gutes Team.

Das wars erstmal wieder von mir- ich wünsche euch allen schöne Weihnachten, wenn möglich natürlich sogar weiße Weihnachten und gemütliche Feiertage!

Alles Liebe,

Hannah

PS: Noch einige ältere Bilder....

 

Wassermelone für die Tapire- da schmeckt es jemandem...

Die Hunde: Mili(es ist ein er...) und Lobita, bereits 16 Jahre alt!

Pauyil bzw. neuerdings Pauyila, seit sie überraschend zwei Eier gelegt hat! :D

Josy...immer gut gelaunt. Setzt jedenfalls gerne ihre Krallen ein

15November
2014

Freie Tage in Baños :)

Hola, höchste Zeit, dass ich mich mal wieder melde!

Vor zwei Wochen bin ich mit Hanna und Jana für 4 Tage nach Baños gefahren- das liegt ungefähr 5 Stunden Busfahrt entfernt und ist ein eher kleiner Ort, aber ziemlich beliebt bei Touristen wegen der schönen Umgebung(liegt auf 1800m Höhe am Rand der Anden, viele Wasserfälle, Quellen und der "Hausvulkan" Tungurahua) und den angebotenen Aktivitäten(Canopying, Paragliding, Puenting(Bungeejumping von einer Brücke aus), Rafting etc.). Wir hatten uns schon länger vorgenommen, hinzufahren und haben auch eine ganze Liste an Empfehlungen und Tipps mitbekommen von Eliza, die auch schon da war. Die letzten Arbeitstage haben sich noch richtig gezogen und wir konnten es kaum abwarten, bis es losging ;)

Mittwochabend nach der Arbeit sind wir losgefahren und waren um 10 Uhr da- nachdem wir das Hostel gesucht und gefunden hatten, sind wir erst mal todmüde ins Bett gefallen und konnten endlich mal so richtig ausschlafen(was für ein ungewohnter Luxus, nicht um halb 6 von den auf dem Dach herumturnenden Affen geweckt zu werden! :D) Nach einem ausgiebigen späten Frühstück und einer kleinen Stadterkundung sind wir am Nachmittag auf die "Ruta de las Cascadas" aufgebrochen. Dafür leiht man sich Fahrräder und fährt ca 2 rasante Stunden hauptsächlich bergab- auf dem Weg kann man von verschiedenen Aussichtspunkten die Wasserfälle bewundern. Endstation ist der "Paillon del Diablo", der größte Wasserfall, zu dem wir heruntergewandert sind und dort sogar noch ein kleines Höhlenabenteuer erlebt haben- bzw waren wir der festen Überzeugung, das das kleine Loch im Fels bestimmt noch höher an den Wasserfall führt(immerhin war ein Schild davor, auf dem irgendwas von Aussichtspunkt stand...). Munter-motiviert krabbelten wir also los, schließlich sind wir jung und gelenkig und unsere Fahrradhelme hätten Höhlenabenteurern auch sehr gut gestanden. Klitschnass standen wir dann irgendwann hinter dem Wasserfall und mussten uns eingestehen, dass der Aussichtspunkt wohl noch eher visionärer Natur war und der "Weg" dahin noch einige Zeit Touristen in die Irre führen wird! Egal, lustig war es trotzdem und der Ausblick wirklich spektakulär!

Am nächsten Morgen haben wir uns dann fürs besagte Puenting auf die Brücke gewagt. Ausblick über den Canyon und tief unten der Fluss- da runter springen, kopfüber?! Und vor allem ich, die im Schwimmbad noch nicht mal freiwillig vom 3-Meter-Brett hüpft? Anscheinend habe ich es aber wirklich getan, die Fotos beweisen es! :D Eine coole Erfahrung- ich bin sehr froh, dass ich mich überwunden habe, aber nochmal muss es dann doch nicht unbedingt sein ;) Nachdem wir uns ein bisschen vom Adrenalinschock erholt hatten, sind wir dann nachmittags zur Casa del Arbol auf 2660 m hochgewandert- das ist ein Baumhaus auf einer Alm-ähnlichen Wiese(es liefen sogar Kühe herum...) direkt am Abgrund, über den man mit dem Vulkan im Blick schaukeln kann, total schön! Dort haben wir uns von dem Aufstieg erholt, unseren Proviant gegessen, den Blick auf den wolkenverhangenen Turungahua und die umliegenden Berge genossen und natürlich geschaukelt ;) Anschließend haben wir uns in einem etwas tiefer gelegenen Cafe einen wirklich superleckeren Kaffee mit echter Milch und Milchschaum und allem drum und dran gegönnt, zugesehen, wie die Sonne über den Anden untergegangen ist und die Lichter in Baños angegangen sind... Abends waren wir noch ausgiebig feiern und tanzen und damit ging ein sehr erlebnisreicher Tag gelungen zu Ende.

Samstag schliefen wir erstmal aus und beim Frühstück ergab sich irgendwie der Plan, Baños einen Tag früher zu verlassen und nach Ambato zu fahren, wo wir vier andere Volontärinnen von der gleichen Organisation wie Jana trafen. Sie haben ein ganz anderes Leben als wir, die meisten arbeiten in Schulen, wohnen in Gastfamilien, haben jeden Tag Internet und leben so ähnlich wie in Deutschland, es war interessant, sich auszutauschen und etwas über die anderen Projekte zu erfahren. Wir waren zusammen bei einer Open-Air- Veranstaltung, auf der ecuadorianische Tänze in traditionellen Kostümen aufgeführt wurden.

Ich muss allerdings sagen, dass ich den amazoonico Ambato definitiv vorziehe. Es ist keine besonders schöne Stadt, ziemlich laut und kalt aufgrund der Höhe(2660 m)- da haben wir erstmal gemerkt, wie sehr wir uns schon an die Temperaturen im Dschungel gewöhnt haben! Das wird was, wenn ich im März nach Deutschland zurückkomme :D

Sonntag ging es dann "nach Hause", so hat es sich zumindest angefühlt und ein bisschen habe ich mich auch gefreut, heimzukommen. Es waren echt schöne und dringend nötige Urlaubstage, die einem dann wieder neue Motivation und Schwung für die Arbeit geben! 

Als wir ankamen, wurden wir erstmal darüber informiert, dass schon wieder zwei Affen ausgebüxt waren- eine neue Volontärin war angekommen und hatte es gleich an ihrem ersten Tag geschafft, Herman und Michael freizulassen...in ihrer Haut wollte ich nicht stecken! Zum Glück waren sie schon am nächsten Tag wieder sicher im Gehege.r

Im Moment wird das Futterhaus renoviert, das heißt wir sind mit den Früchten und allem drum und dran in die kleine Lagerbodega gezogen und müssen da das ganze Futter vorbereiten, das ist ganz schön eng- auch unser Volontärshaus wird grade erweitert und wir helfen ab und zu den Arbeitern- letztens mussten wir Steine für das Fundament vom Fluss hochtragen, DAS war anstrengend! 

Ja...ansonsten kehrt schnell wieder die Routine ein, wobei mir die Arbeit momentan die meiste Zeit über richtig Spaß macht! Wir sind auch eine echt gute Gruppe zurzeit, das macht viel aus. Ein bisschen wehmütig denke ich grade an die Adventszeit, die bald beginnt und in der ich nicht zu Hause bin, das fühlt sich schon ein wenig komisch an. Auch Weihnachtsmärkte, Lebkuchen und natürlich Schnee sucht man hier eher vergeblich. Dafür haben wir jetzt das "Secret-Santa"- Spiel begonnen- jeder hat einen Namen gezogen und muss demjenigen an jedem Advent und an Weihnachten anonym ein kleines Geschenk zukommen lassen- schwierig, da wir bis auf das richtige Weihnachtsgeschenk kein Geld dafür ausgeben dürfen! Ich berichte dann, was ich so kreatives bekommen habe...

Freitag kamen zwei der Mädels aus Ambato zu Besuch zum Volontär in der Liana Lodge 10 Minuten von uns entfernt und waren dann einen Abend auch bei uns im amazoonico. Die Woche über war ich leider ein bisschen krank- hatte mich wohl in Ambato erkältet, wobei es mich nicht so schlimm erwischt hat wie Jana. Trotzdem fiel ich einige Tage für Touristentouren aus- meine Stimme war nicht mehr als solche zu erkennen bzw kurze Zeit auch ganz weg :/

Das wars erstmal wieder von mir...ich habe letztens feststellen müssen, dass in zwei Wochen schon die Hälfte meiner Zeit in Ecuador rum ist! Ich werde euch also in nicht allzu ferner Zukunft schon wieder persönlich auf die Nerven gehen können...;)

Eine schöne Adventszeit euch allen!!

Hannah

Beim Steinewerfen

In Banos

Herstellung der Karamellsüßigkeiten, für die Banos berühmt ist

Das hing in unserem Frühstückscafe an der Wand- ich würde es ja gerne tun, aber das gibts in Ecuador einfach nicht!! :D

 

Ruta de las Cascadas

Und ich flieg....

Glücklich überstanden und noch leicht unter Adrenalin! :D

Casa del Arbol- Schaukeln über dem Abgrund

Banos' Hausvulkan Tungurahua

Im Cafe del Cielo- lecker Kaffee!

Sonnenuntergang über den Anden

Goldene Seidenspinne hinter der Quarantäne

05November
2014

Neues aus dem Dschungel

Hola, nach längerer Zeit mal wieder Neuigkeiten von mir! :) Was war so los?

Die letzen Wochen über gab es leider immer mal wieder Spannungen zwischen den Volontären-wir waren zwischenzeitlich 17 Leute oder so, da ist das Zusammenleben auf so engem Raum nicht immer ganz einfach und es gibt viele verschiedene Charaktere und Auffassungen über die Arbeitsweise...zum Glück ist jetzt alles wieder recht harmonisch, es sind einige gefahren und alles ist wieder einfacher und meistens ganz witzig :)

Ich durfte letztens mithelfen, die Schlangen zu füttern, das war ziemlich cool...bzw hab ich die Anakonda gefüttert, die meisten anderen Schlangen fressen nicht von alleine (anscheinend passiert das oft, wenn sie aus freier Wildbahn kommen und dann in Gefangenschaft gehalten werden- sie hören einfach auf zu essen und würden sterben, wenn man sie nicht dazu zwingt- leider ist es auch gerade dieser Umstand, durch den man sie eben nicht wieder auswildern kann), wir mussten ihnen das Maul aufhalten und die toten Küken hineinstopfen. Die ganze Prozedur hatte etwas Entwürdigendes und sie haben mir total leid getan- die Schlangen und die Küken, die dafür sterben mussten, ein Tier am Leben zu erhalten, das dies eigentlich gar nicht will. Na ja, manchmal haben wir aber auch Glück und kriegen eine Schlange, die gerade erst gefangen wurde und nicht schon jahrelang Haustier oder Touristenattraktion war- die können noch allein jagen und ausgewildert werden, wie zum Beispiel eine Boa, die wir gerade haben- Kelly meinte, es sei die größte Boa, die sie je gesehen hat, wir mussten sie zu dritt zum messen festhalten!

Vor zwei Wochen war ich mit drei anderen Mädels bei den Cascadas de las Latas, das sind so Wasserfälle in der Nähe von Misuhualli, eine dreiviertel Stunde entfernt. Wir mussten ungefähr 40 Minuten hochwandern auf sehr abenteuerlichen bzw. nicht vorhandenen Pfaden- definitiv kein Ausflugsziel für Rentner-Kaffeefahrten- aber es hat sich echt gelohnt! Niemand war da außer uns, wir haben am Wasserfall Pause gemacht und sind in dem Becken unter dem Wasserfall geschwommen(kalt!!). Zurück sind wir per Anhalter gefahren- das ist hier viel verbreiteter als in Deutschland und zu mehreren auch nicht gefährlich- und weil der Pick-Up vorne schon voll war, durften wir auf der Ladefläche Platz nehmen und sind so über die Schotterpisten gebraust :D Verkehrsregeln und Sicherheit werden hier etwas lockerer ausgelegt...;)

Freitagmorgen kommt immer das Essen für uns, welches in Puerto Barantilla vom Lieferanten in Empfang genommen, kontrolliert und bezahlt werden muss, bevor es im Kanu zum amazoonico gefahren wird. Normalerweise haben das immer Sarah oder Kelly gemacht, aber sie wollen es gerne an einige Volontäre abgeben, die länger bleiben- unter anderem an mich, weswegen ich jetzt schon einmal mit Kelly mit war, einmal mit Sarah und diese Woche soll ich es alleine machen...ich weiß nicht, ob sie mich bzw. mein Spanisch da nicht etwas überschätzen, aber das wird schon klappen...irgendwie. Solange ich nicht aus Versehen eine Waschmaschine kaufe :D

Wir haben inzwischen schon zwei Geburtstage hier gefeiert und natürlich die Abschiedsfeiern...es sind immer wieder lustige Abende, am besten wird es, wenn Sarah und Kelly auch runterkommen und Geschichten erzählen von ehemaligen Volontären oder verrückten Sachen, die über die Jahre so passiert sind! Halloween letzten Freitag war cool- als erstes hat Sarah eine Schnitzeljagd mit Fragen zum amazoonico vorbereitet, die wir in Zweierteams lösen mussten, für richtige Antworten gabs Süßigkeiten- eine Menge Hin-und-hergerenne :) Danach haben wir Pizza gegessen, bevor wir unsere selbstgebastelten Kostüme angezogen haben...einzige Vorgabe war: "Etwas, das im amazoonico vorkommt". Es war wirklich toll, was so dabei herausgekommen ist- siehe Fotos! Mit dabei waren unter anderem ein Kühlschrank, Papageien, ein Tapir, Klopapier,eine Orito-Schamanin, ein Party-Ozelot und ich als schlecht vorbereitete Touristin in Kleid und Flip-Flops(High-Heels ließen sich leider nicht auftreiben, wären aber durchaus authentisch gewesen- ich wundere mich wirklich manchmal, was manche Menschen unter geeigneter Kleidung für eine Tour durch den Regenwald verstehen :D ).

Vorgestern hatte ich ein sehr abenteuerliches Dschungelerlebnis- jeweils zwei Volontäre machen zweimal die Woche die "Nachttour", d.h. man muss abends, wenn es dunkel ist, mit Taschenlampen nach den nachtaktiven Tieren wie den Wickelbären und den Pakas schauen, ob es ihnen gut geht. Ich war mit Eliza unterwegs, als wir im wahrsten Sinne des Wortes beinahe über einen 2 Meter langen Kaiman gestolpert sind, der direkt neben dem Weg lag- vielleicht so einen halben Meter von meinem Fuß entfernt! Es war unser Brillenkaiman, der wahrscheinlich aus seinem Teich gekommen ist, weil momentan sehr wenig Wasser drin ist- zum Glück ist er schon ziemlich alt und fett und nicht wirklich aggressiv, trotzdem hat er uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt!! Im Nachhinein ist es natürlich ein großartiges Abenteuer zum Erzählen und selbst in dem Moment standen wir so unter Adrenalin, dass wir nur noch lachen konnten- trotzdem hätte das auch ganz schön schiefgehen können, Sarah hat sich ziemlich erschrocken, als wir es ihr erzählt haben. :D

Ja, sonst gehts mir auch ganz gut...zwischendurch hat man natürlich mal so unmotivierte Momente, wo man einfach kein Bock mehr hat auf Früchte schleppen(es sind übrigens genau 122 Stufen vom Flussufer bis hoch zum Futterhaus und dem Haupthaus -.-) oder jeden Tag Gehege putzen, aber dann wiederum gibt es die Momente, in denen man wieder realisiert, warum man das macht, dass unsere Arbeit wirklich einen Unterschied macht für die Tiere und den Wald hier, dass ohne die Volontäre das Projekt gar nicht laufen könnte und wie schön die Natur und die Gemeinschaft und alles ist...und eine Kraulsession mit den Tapiren entschädigt für so manches! :D

Jetzt ist es schon November und ich bin bereits über 2 Monate in Ecuador- fast ein Drittel der Zeit ist schon rum, kaum zu glauben! Irgendwie ist es gleichzeitig langsam und furchtbar schnell vorbeigegangen, hier verliert man total das Zeitgefühl...

Ja, das wars erstmal wieder von mir- alles Liebe!

Hannah

Thanksgiving- viel zu essen :P

Bananenblüte

Hellroter Ara

Das Resultat von Evas und meiner "Töpferpaartherapie" für die Vögel- ja, das ist ein Schneemann :D

   

Die oft sehr aufdringlichen Klammeraffen- ich habs endlich geschafft, das Baby zu fotografieren! :)

In Tena

Das Goldagutibaby

Unsere "Bushaltestelle"

An den "Cascadas del las Latas"

Geburtstag im Regenwald- mit ökologischer Geschenkverpackung und dem berühmt-berüchtigtem Dschungelpunsch...

Unsere lieben kleinen Mitbewohner- Tarantel am Küchenfenster, giftige Raupe und ein Mutantengrashüpfer ;D

 

Enrichment für Karneval, den Tapir- füttern von der Brücke aus- er ist fast aus dem Teich gesprungen :D

 

Abendstimmung

Totenkopfäffchen beim Kompostplündern

Halloween

Hanna, die Schildkröte, ich als unvorbereitete Touristin und Martina, die Orito-Schamanin

Eliza als Party-Ozelot

Tapir, Jana als Klopapier, ich und Moritz als Kakapo(Papagei)

Das Ergebnis des Papayaschnitzwettbewerbs

15Oktober
2014

Serienkiller, Thanksgiving und Co

Mal wieder ein Eintrag von mir- ein eiliger, weil ich nicht mehr viel Zeit habe ;) Also Fotos das nächste Mal wieder. 

Ja, was ist passiert? Als Eva und ich das letzte Mal aus Tena zurückkamen, wurden wir gleich mit der Nachricht geschockt, dass Johann ausgebrochen sei- mal wieder! Wer ist Johann? Johann ist ein eigentlich schon recht betagter Klammeraffe, der nicht ausgewildert werden kann, weil er aus irgendwelchen Gründen die Eigenart hat, andere männliche Tiere umzubringen - vor allem die kleinen Totenkopfäffchen, aber es zählen wohl auch schon ein Tukan und ein Schwein(!) zu seinen Opfern. Das Problem ist, dass er sehr geschickt darin ist, auszubüxen(schon fünfmal-immer durch die Schuld von unachtsamen Volontären) und es von Mal zu Mal schwieriger ist, ihn wieder einzufangen...Die Projektleiterinnen Sarah und Kelly waren tagelang damit beschäftigt, Betäubungspfeile zu basteln und auf Johann-Jagd zu gehen- einmal haben sie ihn sogar erwischt, aber er hat ihn zu schnell rausgezogen und jetzt ist er noch vorsichtiger...und wir warten jeden Tag darauf, dass er wieder anfängt, andere Tiere umzubringen...:(

Ein schöneres Ereignis ist die Geburt eines kleinen Agoutibabys- es ist jetzt zwei Wochen alt uind total niedlich, ungefähr so groß wie ein Meerschweinchen. Vorgestern haben wir Sarah zu Ehren(sie ist Kanadierin) Thanksgiving gefeiert, mit viel Essen und sogar einem echten Truthahn ;)

Das letzte Wochenende war sehr anstrengend, weil nationale Feiertage waren- das heißt, viele, viele Touristen! Morgens haben wir "Double-Feeding" gemacht, sodass wir nachmittags nicht mehr füttern mussten und den Rest des Tages Touristentouren- abends waren wir fix und fertig und konnten keine Touris mehr sehen- obwohl sie ja unsere einzige Einnahmequelle sind.

Wir haben zwei neue Volontäre gekriegt-aus Israel- und diese Woche kommen noch drei, wir sind langsam überfüllt- die Arbeit geht zwar schneller, aber andererseits ist es chaotischer, weil sich soviele in der Bodega drängeln und schnell der Überblick verloren geht, wer schon was gemacht hat. Ich wurde vor ein paar Tagen von einer Riesenameise gebissen, das war sehr schmerzhaft, die Stelle ist knallrot geworden mit einem weißen Knubbel in der Mitte, nicht so hübsch :D

Letztens habe ich mit Eva, einer anderen Volontärin, "getöpfert"- bzw. haben wir als Enrichment für die Vögel Tonerde aus dem Tapirgehege geholt, Erdnüsse reingematscht und so Kolben geformt, an denen die Vögel herumpicken können- es wird immer noch viel über die "Paartherapie" gewitzelt :D

Gestern habe ich bei der "Operation" von Lovitha geholfen- Lovitha ist ein sehr alter Hund, der hier lebt und schon lange eine Art Ohrgeschwür hat, das einfach nicht weggehen will. Nun ist es schlimmer geworden und Fliegen haben ihre Eier hineingelegt, sodass gestern Alex, eine Volontärin, die Tiermedizin studiert, die Maden herausholen und abgestorbenes Gewebe abschneiden musste, während ich den sedierten Hund gehalten habe...da merkt man richtig, was es bedeutet, mitten im Dschungel zu leben, ohne richtige Ausrüstung und unter so schwierigen Wundheilbedingungen. Es ist nicht klar, wie weit sich die Maden schon ins Innenohr gefressen haben und ob sie es packt- immerhin ist sie schon mindestens 17 Jahre alt...:(

Tja, nun bin ich schon anderthalb Monate in Ecuador- irgendwie ist die Zeit superschnell vergangen, obwohl ich andererseits das Gefühl habe, schon ewig hier zu sein. Heimweh habe ich nur noch sehr selten und über Geckos und Taranteln in der Küche erschrecke ich mich schon lange nicht mehr :D Es ist aber immer wieder witzig, zu sehen, wie es neuen Volontären ergeht, wenn sie ankommen- den leichten Schock und das "Hier halte ich es keine drei Tage aus"-Gefühl kann jeder von uns von Herzen nachfühlen- aber nach ein, zwei Wochen hat sich noch fast jeder heimisch gefühlt. :)

Ich muss nun leider schon wieder los, unser Bus fährt bald- into the wild again ;) Für heute Abend ist wieder ein Lagerfeuer geplant, das ist immer wieder ein schönes Erlebnis mitten im Dschungel.

Alles Liebe und bis bald, 

Hannah

PS: Ach ja, der Nachtischwettbewerb- mein Erdnuss-Bananeneis ist tatsächlich sehr gut angekommen und lag in der Abstimmung gleichauf mit einem anderen Team, sodass wir nochmal ein Nachtischbattle machen mussten, das dann leider die anderen gewonnen haben :D Also keine aufgabenfreie Woche für mich...Spaß hat es trotzdem gemacht :)

03Oktober
2014

Viiele Fotos

So, hier mal wieder einige Fotos.

Noch mal der Rio Arajuno vor unserer Haustür

Die Nachtäffin- verbotenerweise auf meine Schulter geklettert :)

Dschungel und Blick von dem Berg, auf dem wir die Boas freigelassen haben- und das ist ein mindestens 40 cm langer Wurm("kein besonders großes Exemplar"(!))

 

Mein Zimmer

Schmetterling, unser Wasserschwein und sein Abtransport zu einer anderen Station :(

Unsere Touristenstars(ehrlich, ich erzähle "In dem Teich ist ein Kaiman" und das Erste, was kommt, ist "Oooh, guckt mal die Schildkröten!") sowie der Brillenkaiman(etwas über 2 m lang)

Watchi, einer der Ozelote

Pablo

 

Der Anfang(!) der Treppe vom Fluss zur Station, wo wir das ganze Zeug hochschleppen & das Volontärshaus

Die Brillenkäuze(ich wusste noch nicht mal, dass es im Regenwald Eulen gibt), die rechte hat ein blindes Auge

Die Volontärsküche unten nach der sonntäglichen Desinfektion..

Das Zwergseidenäffchen

Kakaofrucht!!! :D

Amazone, eine der freien Schildkröten, Gelbbrustara

Futtervorbereitung in der Bodega

Papayabaum

Im Schmetterlingshaus von Ahuano: Schmetterlingspuppen & Vampirschmetterling(sieht jedenfalls so aus)

Einer der Geckos, die es hier in den Gebäuden gibt(so ähnlich wie Mäuse, aber sehr viel angenehmer und nützlicher- sie fressen Schädlinge)

Ankunft der neuen Tiere- Don Remigio mit Kaiman & Wiegen

Blaukopfpapagei, Walking Tree, eins der freien Totenkopfäffchen

Auf der wöchentlichen Nachttour: Wickelbär(begeistert von der Taschenlampe) & Skorpionspinne

Ankas(mein Lieblingsozelot)

 

Selfiestunde mit Karneval, dem Tapir ;)

 

...und Vorbereitungen fürs Lagerfeuer.

 

 

03Oktober
2014

Man lebt sich ein

2 Tage Zivilisation in Tena- dh. ich kann mal wieder berichten ;)

Mir geht es gut, ich habe sogar das Gefühl, erst jetzt richtig anzukommen und mich einzuleben. Ich habe mich an die Arbeit gewöhnt- es ist zwar immer noch anstrengend, aber nicht mehr soo schlimm wie am Anfang. Meine Muskeln sind definitiv gewachsen, vor allem die an den Armen durch das ganze Geschleppe(ich habe meinen Trizeps gefunden-mein Biolehrer wäre stolz auf mich :D ) Dadurch, dass so viele Neue gekommen sind, bin ich plötzlich eine derjenigen, die am längsten da sind(gerade mal 4 Wochen- es kommt einem schon ewig vor)- echt komisch, wie schnell man vom Neuling zur "erfahrenen" Person mutiert :D

Es sind alle nett und die meisten bleiben über einen längeren Zeitraum wie 6 Monate oder ein Jahr, sodass unsere Gruppe einigermaßen konstant bleiben wird, was natürlich toll fürs Arbeitsklima und Zusammenleben ist. Leider sind wir jetzt fast alle Deutsche und bis auf 2 kann niemand so wirklich Spanisch(wir sind momentan 11), sodass ich gezwungenermaßen auch schon einige Touristenführungen auf Spanisch machen musste- das ist immer noch ein ziemliches Gestammel und Radebrechen und ich fand es am Anfang absolut furchtbar, aber gestern hatte ich eine Gruppe mit 6 ecuadorianischen Biologiestudenten, wo ich plötzlich gemerkt habe, dass es schon viel besser war- ein sehr erhebendes Erfolgserlebnis :D Das allerdings ein bisschen davon getrübt wurde, dass ich die Hälfte auf dem Rückweg verloren habe, weil sie ständig irgendwelche Insekten am Wegrand fotografiert und bestimmt haben(und wir haben eine Menge Insekten im Dschungel...) und ich nicht mitgekriegt habe, dass sie schon wieder stehen geblieben waren...Na ja, habe sie dann hinter dem Futterhaus wieder aufgegabelt -.- :D

Letzte Woche haben wir sehr viele neue Tiere bekommen- unter anderem 2 Kaimane(von denen einer leider bereits gestorben ist, sie haben eine Autopsie gemacht und ich durfte zusehen), Pakas, eine neue Art von Agutis, jede Menge Schildkröten(die wurden für den Transport einfach zu mehreren in Säcke gestopft, unglaublich), eine total durchgeknallte aggressive Boa und wieder einmal Vögel... Die Quarantäne ist komplett voll und wir haben viel mehr Arbeit. Einige andere Tiere wurden, um Platz zu schaffen, in Gehegen im hinteren Teil der Bodega(dem Futterhaus, wo wir die Fütterungen und so vorbereiten) untergebracht, unter anderem auch zwei Aras, die noch nicht in die großen Vogelkäfige dürfen...Inzwischen hat jeder von uns Mordgelüste wegen denen entwickelt- sie kreischen unglaublich laut und nervtötend, keine Ahnung, wie man auf die Idee kommt, sich sowas als Haustier zu halten(und die leben auch noch 75 Jahre)! :D

Gestern hatten wir wieder Lagerfeuer, das war auch sehr schön. Die letzten drei Tage war eine ehemalige Volontärin zu Besuch, die jetzt Biologie studiert- es war witzig, alte Geschichten von den Tieren zu hören und wie es früher so war. Momentan haben wir Competencia de postres- Nachtischwettbewerb. Das heißt, diese Woche müssen jeden Tag zwei Leute ihre Kreativität spielen lassen und einen Nachtisch machen(gar nicht so einfach mit den begrenzten Möglichkeiten und Zutaten). Am Ende der Woche wird über den besten Nachtisch abgestimmt und diejenigen haben für die nächste Woche keine Extraaufgaben. Ich bin Samstag dran und habe auch schon eine Idee, mal schauen, wie das klappt :) Am 13. Oktober feiern wir Thanksgiving, was wohl eine richtig große Sache werden wird, da bin ich schon gespannt.

Hm, ich glaube, das wars erstmal- ansonsten vergehen die Tage hier ziemlich im gleichen Trott, deswegen gibt es nicht soo viel zu berichten.

Viele liebe Grüße ins wahrscheinlich schon ziemlich kalte Deutschland!

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